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Vortragsabend zum Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges

Gröden, den 30.06.2009

Am 22. Juni 2009, 68 Jahre nach dem Beginn des Angriffes gegen die Sowjetunion im Jahr 1941, fand in der Grödener „Alten Schule" ein vom Heimatverein ausgerichteter Vortragsabend anlässlich des Baues des Kriegerdenkmals für die im 2. Weltkrieg gefallenen und vermissten Grödener Soldaten statt. Sebastian Rick skizzierte in seinem Vortrag die gesamte Geschichte des 2. Weltkriegs - angefangen vom Kriegsausbruch im September 1939 gegen Polen bis hin zum Einmarsch der Roten Armee in das Deutsche Reich im Jahr 1945. Dabei versuchte er die zuvor weitestgehend im „Archiv für ehemalige Wehrmachtsangehörige" recherchierten Schicksale der 93 gefallenen und vermissten Grödener Soldaten in den Kontext des großen Kriegsgeschehens einzuordnen.

 

Der erste Grödener Soldat, Heinz Bischof, fiel am letzten Tag der Kämpfe um Dünnkirchen am 3. Juni 1941. Sein Regiment versuchte an diesem Tag die letzte Verteidigungsstellung der Alliierten rund um Dünnkirchen bei La Panne zu durchbrechen, um zu verhindern, dass sich die alliierten Truppen über den Ärmelkanal nach England ausschiffen können. Ein weiteres Schicksal, was rekonstruiert werden konnte, war das des Grödeners Walter Ulbricht, der an Bord einer He 111 Waffenunteroffizier war. Nachdem er am 12. April 1941 zusammen mit der restlichen Flugzeugbesatzung Ziele im südenglischen Bristol bombardierte, stürzte sein Flugzeug auf dem Rückweg vermutlich aufgrund von Maschinenproblemen, wie im Kriegstagebuch seines Geschwaders verzeichnet war, nördlich von Cherbourg in den Ärmelkanal. Sein Flugzeug wurde bis heute nicht gefunden. Eines der Grödener Kriegsopfer war auch Friedrich Nadler, der Sohn des Schradenmalers Hans Nadler und Zwillingsbruder des Dresdener Denkmalschützers Hans Nadler jun. Er fiel am 9. Oktober 1942 in der Schlacht um Stalingrad.

 

Am weitesten von der Heimat entfernt liegt Alfred Roch im etwa 5000 km entfernten sibirischen Nishnij Tagil bei Jekaterienburg begraben. Er kam, wie fünf weitere Grödener, in der Kriegsgefangenschaft ums Leben. Allerdings konnte man für 38 Grödener Soldaten im Archiv keine Grablage in den ehemaligen besetzten Ländern feststellen, so dass vielen Familien bis heute ein würdevoller Platz fehlt, um an ihre Angehörigen zu gedenken. Fast 70 Jahre nach Kriegsausbruch wurde es höchste Zeit, sich diesem Thema zu stellen, so die Aussage von Sebastian Rick. Die Gemeinde Gröden wird noch in diesem Jahr auf dem Grödener Friedhof ein Kriegerdenkmal für die gefallenen und vermissten Grödener Soldaten errichten. Zur Umsetzung wurde folgendes gesagt. Zwei Bronzetafeln mit allen Namen der gefallenen und vermissten Soldaten sowie deren Sterbedatum sollen angefertigt und vor einem kleinen etwa 1,80 bis 2,00 m großen Obelisken liegend aufgestellt werden. Zur Verwirklichung dieses Projektes bittet die Gemeinde um Spenden, die auf der Kasse im Amt Schradenland eingezahlt werden oder auf das Konto der Gemeinde Gröden überwiesen werden können.

 

Sparkasse Elbe-Elster

Konto-Nr. 3590150024

BLZ 180 510 00

Stichwort „Kriegerdenkmal Gröden"

 

(Sebastian Rick)

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Vortragsabend zum Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges